
Fersenschmerzen! Hilfe, habe ich einen Fersensporn?
Fersenschmerzen sind eine häufige Beschwerde bei Erwachsenen. Manchmal entstehen die Schmerzen schleichend, manchmal plötzlich, zum Beispiel nach einem Tag mit viel Gehen, Sport oder Stehen. In diesem Blog erklären wir, was ein Fersensporn ist, wie er sich von einer Sehnenplattenentzündung unterscheidet und welche Behandlungen Linderung verschaffen können.
Fersenschmerzen, Fersensporn und andere Ursachen
Nicht jeder Fersenschmerz ist automatisch ein Fersensporn. Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern treten Fersenschmerzen regelmäßig auf, jedoch unterscheiden sich Ursache und Behandlung. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf Fersenschmerzen bei Erwachsenen und besprechen:
- Die wichtigsten Ursachen für Schmerzen unter der Ferse
- Den Unterschied zwischen Fersensporn und Sehnenplattenentzündung
- Die Symptome eines Fersensporns
- Behandlungsoptionen von Ruhe bis hin zu fortschrittlichen Therapien
Was sind die Ursachen für Schmerzen unter der Ferse?
Fersenschmerzen können durch verschiedene Faktoren entstehen. Die häufigsten Ursachen sind:
- Überlastung – Eine plötzliche Zunahme sportlicher Aktivitäten oder langes Stehen kann die Sehnenplatte überlasten.
- Alterung – Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität von Sehnen und Muskeln ab, wodurch sie empfindlicher für Reizungen werden.
- Gewichtszunahme oder Adipositas – Zusätzliches Körpergewicht erhöht den Druck auf das Fersenbein.
- Trauma oder Verletzung – Eine harte Landung nach einem Sprung oder ein Unfall kann die Strukturen der Ferse schädigen.
Obwohl Fersenschmerzen häufig als Fersensporn bezeichnet werden, ist dies nicht immer die richtige Diagnose. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Fersensporn und Sehnenplattenentzündung (Plantarfasziitis) zu kennen.
Was ist ein Fersensporn genau?
Ein Fersensporn ist eine kleine knöcherne Ausstülpung (Osteophyt) an der Unterseite des Fersenbeins. Er entsteht meist an der Ansatzstelle der Sehnenplatte unter dem Fuß, der Plantarfaszie.
Der Name „Fersensporn“ stammt von der Ähnlichkeit mit den Sporen, die Cowboys früher an ihren Stiefeln trugen.
Ein Fersensporn selbst verursacht nicht immer Schmerzen. Häufig ist es gerade die Entzündung des umliegenden Gewebes (Plantarfasziitis), die für die Beschwerden verantwortlich ist.

Was ist eine Sehnenplattenentzündung (Plantarfasziitis)?
Unter dem Fuß verläuft eine starke Sehnenplatte, die Plantarfaszie, die das Fußgewölbe unterstützt und den Druck bei jedem Schritt abfängt. Wenn diese Sehnenplatte überlastet wird, kann es zu einer Entzündung an der Ansatzstelle am Fersenbein kommen. Dies ist die eigentliche Ursache der meisten Fersenschmerzen.
Eine langanhaltende Sehnenplattenentzündung kann im Laufe der Zeit dazu führen, dass sich eine knöcherne Verkalkung bildet: der Fersensporn.
Die Symptome eines Fersensporns oder einer Sehnenplattenentzündung
Das bekannteste Symptom ist der klassische Anlaufschmerz: Schmerzen bei den ersten Schritten am Morgen oder nach langem Sitzen. Die Schmerzen befinden sich meist unter der Ferse und nehmen nach etwas Bewegung allmählich ab.
Dieser Anlaufschmerz entsteht, weil sich die Sehnenplatte während der Ruhe verkürzt und beim Aufstehen plötzlich unter Spannung gerät. Eine Nachtschiene kann helfen, indem sie die Sehne nachts leicht gedehnt hält, sodass morgens weniger Schmerzen auftreten.
Welche Behandlungen gibt es?
Die Behandlung hängt von der Schwere und Ursache der Beschwerden ab. In der Regel beginnen wir mit konservativen Behandlungen, die bei den meisten Menschen wirksam sind.
Konservative Behandlungsmethoden
Der erste Schritt ist Ruhe und Entlastung der Ferse. Reduzieren Sie Aktivitäten, die Schmerzen verursachen, und verwenden Sie gegebenenfalls Schmerzmittel. Darüber hinaus können folgende Hilfsmittel helfen:
- Weiche Silikon-Fersenkissen oder Einlagen – wie Bauerfeind Viscoheel, um Stöße abzufedern.
- Einlagen – Konfektions- oder Maßanfertigungen unterstützen das Fußgewölbe und entlasten die Sehnenplatte.
- Nachtschiene oder Strassburg-Socke – hält die Sehnenplatte während der Nacht in Länge.
- Dehnübungen – regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur und der Sehnenplatte verbessert die Durchblutung und reduziert Spannung.
Weitere (progressive) Behandlungsmethoden
Wenn die Beschwerden trotz der oben genannten Maßnahmen anhalten, sind weitere Behandlungsoptionen möglich:
- Stoßwellentherapie – nutzt hochenergetische Schallwellen, um den Heilungsprozess zu stimulieren.
- Dry Needling – entspannt die Muskulatur und verbessert die Durchblutung durch das Setzen kleiner Nadeln in Triggerpunkte.
- EPTE (perkutane Elektrolyse) – eine moderne Behandlung, bei der entzündetes Sehnengewebe gezielt mit Mikroströmung behandelt wird.
- Operation – heutzutage selten erforderlich, aber bei schweren Fällen von Fersensporn kann ein orthopädischer Chirurg den knöchernen Vorsprung entfernen.
