Was ist ein lumbaler Bandscheibenvorfall?
Ein lumbaler Bandscheibenvorfall ist die häufigste Form eines Bandscheibenvorfalls und entsteht im unteren Rücken, meist zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem Kreuzbein. Zwischen den Wirbeln befinden sich Bandscheiben, die als Stoßdämpfer dienen. Wölbt sich der weiche Gallertkern einer Bandscheibe nach außen, kann er auf einen Nerv drücken. Dadurch können Schmerzen im unteren Rücken, ausstrahlende Beinschmerzen sowie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Kraftverlust entstehen.
Die Beschwerden unterscheiden sich von Person zu Person. Manche Betroffene haben lediglich Schmerzen im unteren Rücken, während andere Schwierigkeiten beim Gehen oder längeren Sitzen haben. Obwohl ein lumbaler Bandscheibenvorfall starke Schmerzen verursachen kann, erholen sich viele Menschen ohne Operation.
Schmerzen im unteren Rücken mit Ausstrahlung ins Bein
Leiden Sie unter Schmerzen im unteren Rücken, die bis ins Gesäß, den Oberschenkel, Unterschenkel oder sogar bis in den Fuß ausstrahlen? Dann kann ein lumbaler Bandscheibenvorfall die Ursache sein. Durch den Druck auf einen Nerv können sich die Schmerzen entlang des Nervenverlaufs ausbreiten. Neben Schmerzen können auch Kribbeln, Taubheitsgefühle oder eine verminderte Muskelkraft im Bein auftreten.
Die Beschwerden verschlimmern sich häufig beim längeren Sitzen, Bücken, Heben sowie beim Husten oder Niesen. Gerade diese Kombination aus Rückenschmerzen und ausstrahlenden Nervenschmerzen ist typisch für einen lumbalen Bandscheibenvorfall.
Ursachen eines lumbalen Bandscheibenvorfalls
Ein lumbaler Bandscheibenvorfall kann plötzlich oder schleichend entstehen. Nur ein kleiner Teil tritt akut auf, beispielsweise nach einem Sturz oder einer falschen Bewegung, bei der der untere Rücken stark belastet wird. Dabei können sofort starke Schmerzen mit Ausstrahlung ins Bein auftreten.
In den meisten Fällen entwickelt sich ein Bandscheibenvorfall jedoch allmählich. Mit zunehmendem Alter verlieren die Bandscheiben Flüssigkeit und werden weniger elastisch. Kleine Risse im äußeren Faserring können dazu führen, dass sich der Gallertkern nach außen wölbt und auf einen Nerv drückt.
Obwohl ein lumbaler Bandscheibenvorfall besonders häufig bei Menschen zwischen 20 und 40 Jahren auftritt, nimmt der Verschleiß der Bandscheiben mit zunehmendem Alter zu.
Symptome eines lumbalen Bandscheibenvorfalls
Die Beschwerden hängen davon ab, welcher Nerv unter Druck steht. Manche Menschen leiden hauptsächlich unter Rückenschmerzen, während andere vor allem ausstrahlende Schmerzen oder neurologische Ausfallerscheinungen haben.
- Schmerzen im unteren Rücken
- Ausstrahlende Schmerzen ins Gesäß, den Ober- oder Unterschenkel sowie den Fuß
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle im Bein
- Kraftverlust im Bein oder Fuß
- Schmerzen, die sich beim Sitzen, Bücken, Husten oder Niesen verstärken
- Phasen mit wenigen Beschwerden, die sich mit starken Schmerzepisoden abwechseln
Diagnose eines lumbalen Bandscheibenvorfalls
Anhand Ihrer Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung kann ein Arzt beurteilen, ob ein lumbaler Bandscheibenvorfall wahrscheinlich ist. Dabei werden unter anderem Muskelkraft, Empfindungsvermögen und Reflexe überprüft.
Wenn weitere Untersuchungen erforderlich sind, kann eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden. Damit lässt sich gut erkennen, ob eine Bandscheibe auf einen Nerv drückt. Auf einem Röntgenbild sind die Bandscheiben selbst nicht sichtbar, es kann jedoch genutzt werden, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen.
Behandlung und Genesung
In den meisten Fällen heilt ein lumbaler Bandscheibenvorfall ohne Operation aus. Der Körper kann das vorgewölbte Bandscheibengewebe nach und nach selbst abbauen, wodurch der Druck auf den Nerv abnimmt. Dieser Prozess kann mehrere Wochen bis Monate dauern.
Während der Genesung ist es wichtig, sich innerhalb der Schmerzgrenze weiterhin zu bewegen. Längere Bettruhe wird meist nicht empfohlen, da sie die Genesung verzögern kann. Ein Physiotherapeut kann mit Übungen helfen, die Rückenmuskulatur zu stärken und den unteren Rücken zu entlasten.
Bei starken Beschwerden oder neurologischen Ausfallerscheinungen kann eine Operation notwendig sein. Ihr behandelnder Arzt bespricht mit Ihnen, welche Behandlung am besten geeignet ist.
Unterstützung mit einer Rückenorthese
Eine Rückenorthese kann dem unteren Rücken vorübergehend zusätzliche Unterstützung und Stabilität bieten. Dadurch werden Muskeln und Gelenke bei alltäglichen Aktivitäten wie Gehen, Stehen oder leichten Arbeiten entlastet. Dies kann für mehr Komfort sorgen, wenn Bewegungen schmerzhaft sind.
Eine Rückenorthese heilt einen Bandscheibenvorfall nicht, kann jedoch während der Genesung oder bei vorübergehend erhöhtem Stabilisierungsbedarf unterstützen. Wichtig ist, dass die Rückenorthese gut sitzt und ausreichend Halt bietet, ohne die Bewegungsfreiheit unnötig einzuschränken.
Worauf sollten Sie bei der Auswahl einer Rückenorthese achten?
- Ausreichende Unterstützung des unteren Rückens.
- Eine bequeme und gut anliegende Passform.
- Atmungsaktives Material für hohen Tragekomfort.
- Einfache Verstellbarkeit für die richtige Kompression.