Was ist eine Frozen Shoulder?
Eine Frozen Shoulder, auch Schultersteife oder adhäsive Kapsulitis genannt, ist eine schmerzhafte Erkrankung, bei der die Gelenkkapsel des Schultergelenks verdickt, sich zusammenzieht und an Beweglichkeit verliert. Dadurch wird die Beweglichkeit der Schulter zunehmend eingeschränkt.
Die Schulter besteht aus einem Kugelgelenk. Um das Gelenk liegt eine Kapsel, die der Schulter Stabilität verleiht und gleichzeitig Bewegungen ermöglicht. Die Gelenkinnenhaut produziert Gelenkflüssigkeit, die für eine reibungslose Bewegung sorgt. Bei einer Frozen Shoulder wird die Gelenkkapsel gereizt und steif, wodurch sowohl Schmerzen als auch eine deutliche Bewegungseinschränkung entstehen.
Ein typisches Merkmal ist, dass die Schulter nicht nur schwer selbst bewegt werden kann. Auch wenn eine andere Person Ihren Arm vorsichtig bewegt, bleibt die Beweglichkeit eingeschränkt. Besonders das Anheben des Arms und die Außenrotation fallen häufig schwer.
Ursachen einer Frozen Shoulder
Eine Frozen Shoulder kann ohne erkennbare Ursache entstehen. Dies wird als primäre Frozen Shoulder bezeichnet. Manchmal entwickelt sich die Erkrankung, nachdem die Schulter über längere Zeit nur wenig bewegt wurde. Dies kann beispielsweise nach einem Sturz, einer Operation, einem Knochenbruch oder einer anderen Schulterverletzung der Fall sein.
Auch wiederholte Belastungen oder eine dauerhaft gleiche Körperhaltung können dazu beitragen, dass die Schulter gereizt wird. Dennoch lässt sich häufig nicht eindeutig feststellen, warum die Gelenkkapsel schmerzhaft und steif geworden ist.
Faktoren, die das Risiko erhöhen können
- Ein früherer Sturz oder eine Schulterverletzung
- Eine Operation an Schulter oder Arm
- Längere Ruhigstellung der Schulter
- Eine andere schmerzhafte Schultererkrankung
- Diabetes
- Bestimmte Schilddrüsenerkrankungen
Eine Frozen Shoulder tritt vor allem bei Erwachsenen mittleren Alters auf, kann jedoch grundsätzlich in jedem Alter entstehen.
Symptome einer Frozen Shoulder
Die beiden wichtigsten Symptome sind Schmerzen und eine zunehmend eingeschränkte Beweglichkeit. Wie sich die Beschwerden entwickeln, ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem vom Krankheitsstadium ab.
- Eine schmerzhafte und steife Schulter
- Schwierigkeiten, den Arm anzuheben
- Probleme beim Drehen des Arms nach außen
- Schwierigkeiten, die Hand hinter den Rücken zu führen
- Schmerzen an der Außenseite des Oberarms
- Schulterschmerzen, die nachts stärker werden
- Schmerzen bei plötzlichen oder unerwarteten Bewegungen
- Schwierigkeiten beim Anziehen, Autofahren oder Haarewaschen
Die drei Phasen einer Frozen Shoulder
Eine Frozen Shoulder verläuft meist in drei Phasen. Dauer und Schweregrad unterscheiden sich von Person zu Person. Die einzelnen Phasen gehen dabei fließend ineinander über.
Einsteifungsphase
In der Einsteifungsphase nehmen die Schmerzen zu und die Beweglichkeit der Schulter wird zunehmend eingeschränkt. Die Schmerzen können auch in Ruhe auftreten und sind häufig nachts am stärksten. Besonders plötzliche Bewegungen, das Anheben des Arms und die Außenrotation verursachen oft stechende Schmerzen.
Steife Phase
Während der steifen Phase ist die Bewegungseinschränkung meist am stärksten ausgeprägt. Die Schmerzen nehmen häufig langsam ab, die Schulter bleibt jedoch steif. Alltägliche Tätigkeiten wie das Anziehen einer Jacke, das Greifen nach einem Gegenstand im Regal oder das Führen der Hand hinter den Rücken bleiben oft schwierig.
Lösungsphase
In der Lösungsphase lassen die Schmerzen weiter nach und die Beweglichkeit kehrt langsam zurück. Die Genesung verläuft in der Regel schrittweise und kann längere Zeit dauern, bis die Schulter wieder normal oder nahezu normal eingesetzt werden kann.
Diagnose einer Frozen Shoulder
Eine Frozen Shoulder kann häufig anhand des typischen Beschwerdeverlaufs und einer körperlichen Untersuchung durch einen Arzt oder Physiotherapeuten erkannt werden. Dabei wird geprüft, welche Bewegungen eingeschränkt sind und ob die Schulter auch dann steif bleibt, wenn der Untersucher Ihren Arm vorsichtig bewegt.
Zur Diagnose einer Frozen Shoulder ist in der Regel keine Röntgenaufnahme oder andere Bildgebung erforderlich. Zusätzliche Untersuchungen können jedoch sinnvoll sein, wenn Zweifel an der Diagnose bestehen oder eine andere Ursache der Schulterbeschwerden ausgeschlossen werden soll.
Behandlung und Heilungsverlauf einer Frozen Shoulder
Eine Frozen Shoulder heilt in den meisten Fällen allmählich aus, allerdings kann der Heilungsprozess mehrere Monate und manchmal sogar einige Jahre dauern. Die Behandlung konzentriert sich vor allem darauf, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten oder schrittweise zu verbessern.
Bewegen Sie die Schulter weiterhin innerhalb Ihrer Schmerzgrenze. Vollständige Ruhigstellung oder eine längere Immobilisation kann die Steifigkeit sogar verstärken. Gleichzeitig sollten Sie den Arm nicht unter starken Schmerzen bewegen. Die richtige Belastung hängt vom Krankheitsstadium ab und ist individuell unterschiedlich.
Ein Physiotherapeut kann geeignete Bewegungsübungen zeigen und Sie beraten, wie Sie Ihren Arm im Alltag möglichst schonend einsetzen. Bei starken Schmerzen kann Ihr Arzt beurteilen, welche Schmerzbehandlung für Sie geeignet ist.
Unterstützung mit einer Schulterorthese
Eine Schulterorthese kann bei einer Frozen Shoulder vorübergehend Unterstützung im Alltag bieten. Sie kann helfen, die Schulter bewusster zu bewegen und plötzliche oder belastende Bewegungen einzuschränken. Dies kann besonders angenehm sein, wenn Bewegungen schmerzhaft sind oder Unsicherheit verursachen.
Eine Schulterorthese macht die Gelenkkapsel jedoch nicht beweglicher und heilt eine Frozen Shoulder nicht. Sie dient in erster Linie dazu, die Schulter vorübergehend zu unterstützen, ohne sie vollständig ruhigzustellen. Kontrollierte Bewegungen innerhalb der Schmerzgrenze bleiben ein wichtiger Bestandteil der Genesung.
Warum kann eine Schulterorthese helfen?
- Bietet dem Schultergelenk vorübergehende Unterstützung
- Hilft, belastende und plötzliche Bewegungen zu reduzieren
- Kann mehr Sicherheit bei alltäglichen Aktivitäten geben
- Erleichtert eine dosierte Belastung der Schulter
- Ermöglicht kontrollierte Bewegungen der Schulter
Worauf sollten Sie bei der Wahl einer Schulterorthese achten?
Wählen Sie eine Schulterorthese, die gut sitzt und die Schulter unterstützt, ohne sie vollständig ruhigzustellen. Die Orthese sollte nicht einschneiden und genügend Bewegungsfreiheit für sanfte Bewegungen bieten. Verstellbare Gurte ermöglichen eine individuelle Anpassung von Passform und Unterstützung.
Eine Armschlinge oder Mitella hält den Arm weitgehend ruhig und ist daher bei einer Frozen Shoulder in der Regel nicht für eine längere Anwendung vorgesehen. Verwenden Sie ein immobilisierendes Hilfsmittel nur, wenn Ihr Arzt dies nach einer Operation, einem Knochenbruch oder einer anderen Verletzung empfiehlt.
Wann sollten Sie eine Schulterorthese tragen?
Eine Schulterorthese kann vorübergehend bei Tätigkeiten getragen werden, die die Schulter stärker belasten, beispielsweise bei der Arbeit, beim Spazierengehen oder bei leichten Hausarbeiten. Tragen Sie die Orthese nicht automatisch den ganzen Tag. Wechseln Sie unterstützende Phasen mit sanften Bewegungen ab und befolgen Sie im Zweifel die Empfehlungen Ihres Arztes oder Physiotherapeuten.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn die Schulter zunehmend steifer wird, die Schmerzen Ihren Schlaf beeinträchtigen oder alltägliche Aktivitäten immer schwieriger werden. Auch nach einem Sturz mit starken Schmerzen, bei plötzlichem Kraftverlust, Taubheitsgefühlen, einer sichtbaren Fehlstellung oder Fieber ist eine ärztliche Untersuchung wichtig.
Ihr Arzt kann beurteilen, ob Ihre Beschwerden zu einer Frozen Shoulder passen oder ob möglicherweise eine andere Schultererkrankung vorliegt.