Welche Einlagen sind für mich geeignet?
Einlagen, auch Fußorthesen genannt, gibt es in vielen Ausführungen. Obwohl sie auf den ersten Blick ähnlich wirken, können sich Funktion, Materialwahl und Zielsetzung erheblich unterscheiden. Um festzustellen, welche Einlagen am besten zu Ihren Füßen passen, ist es wichtig, die verschiedenen Arten und zugrunde liegenden Ansätze zu verstehen.
Konfektionseinlagen oder maßgefertigte Einlagen
Einlagen lassen sich grob in konfektionierte und maßgefertigte Einlagen unterteilen. Konfektionseinlagen werden industriell hergestellt und sind in Sportgeschäften, Schuhläden oder online erhältlich. Maßgefertigte Einlagen werden individuell an Ihre Füße angepasst, meist nach einer Fuß- oder Druckmessung.
Sowohl konfektionierte als auch maßgefertigte Einlagen können nach drei Ansätzen gefertigt werden: podologisch, podiatrisch und orthopädisch. Diese Grundlage bestimmt, wie viel Unterstützung oder Korrektur eine Einlage bieten kann.
Podologische Einlagen
Podologische Einlagen werden von einem Podologen angepasst. Der Titel „Podologe“ ist jedoch nicht geschützt, sodass sich jeder so nennen darf – mit oder ohne formale Ausbildung. Einige Podologen haben Kurse besucht, andere eine Registerausbildung absolviert, jedoch handelt es sich nicht um ein offiziell anerkanntes Hochschulstudium.
Podologische Einlagen werden häufig zur Entlastung von Druckstellen oder Hornhaut eingesetzt. Sie bestehen meist aus standardisierten Elementen, die die Fußform nachahmen. Die korrigierende Wirkung ist begrenzt, weshalb sie sich vor allem zur lokalen Druckentlastung eignen und weniger zur Korrektur von Fehlstellungen.
Typische Indikationen sind Druckstellen, Hühneraugen und Schwielen.
Podiatrische Einlagen
Podiatrische Einlagen dürfen ausschließlich von einem Podiater angepasst werden. Dies ist eine geschützte Berufsbezeichnung. Podologen mit podiatrischer Qualifikation absolvieren ein vierjähriges, anerkanntes Hochschulstudium und sind befugt, eigenständig Diagnosen zu stellen. Sie arbeiten häufig in der Primärversorgung mit Hausärzten und Physiotherapeuten zusammen.
Diese Einlagen bieten mehr Unterstützung und Korrektur als podologische Einlagen. Sie werden bei beginnenden Fehlstellungen (z. B. Senkfüßen oder Vorfußproblemen) sowie bei Beschwerden wie Fersensporn, Plantarfasziitis, rheumatischen oder diabetesbedingten Fußproblemen eingesetzt.
Orthopädische Einlagen
Orthopädische Einlagen werden von einem orthopädischen Technologen angepasst, ebenfalls mit einer vierjährigen Hochschulausbildung. Diese Einlagen werden meist in der sekundären Versorgung eingesetzt, häufig nach Überweisung durch einen Facharzt wie Rheumatologen, Orthopäden oder Rehabilitationsmediziner.
Orthopädische Einlagen sind in der Regel stärker korrigierend als podiatrische Einlagen. Sie enthalten individuell angepasste Korrekturen und spezielle Elemente, die auf die medizinische Diagnose abgestimmt sind. Sie kommen bei ausgeprägteren Fehlstellungen oder komplexen Fußproblemen zum Einsatz.
Typische Indikationen sind fortgeschrittene Senkfüße, Spreizfüße, Metatarsalgie, Morton-Neuralgie, Hallux valgus, Arthrose des Großzehengrundgelenks sowie Sehnenentzündungen im Sprunggelenkbereich.
Warum gibt es diese Unterschiede?
Die Unterschiede zwischen podologischen, podiatrischen und orthopädischen Einlagen ergeben sich aus dem Ausbildungsniveau des Behandlers, dem Versorgungsbereich und dem Ziel der Einlage.
- Podologen konzentrieren sich vor allem auf Druckverteilung und Komfort.
- Podiater behandeln leichte bis mittelschwere Fehlstellungen und diagnostizieren eigenständig.
- Orthopädische Technologen arbeiten eng mit Fachärzten zusammen und fertigen stark korrigierende Einlagen an.
Auch der Aufbau unterscheidet sich: Podologische Einlagen bestehen häufig aus Standardkomponenten, während orthopädische Einlagen individuell konstruierte Korrekturen enthalten.

Auch Konfektionseinlagen können wirksam sein
Auch konfektionierte Einlagen können auf podologischen, podiatrischen oder orthopädischen Prinzipien basieren. Beispiele sind Go Medical Einlagen für Plattfüße, die podiatrischen Einlagen ähneln. Die Bauerfeind Ergoped Redux Einlagen gehen noch einen Schritt weiter und nähern sich in ihrem Aufbau sogar orthopädischen Einlagen an, mit Unterstützung des Längsgewölbes und des Vorfußes.
Plattfuß, Normalfuß oder Hohlfuß?
Ihr Fußtyp spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl der richtigen Einlage. Ein Plattfuß benötigt meist Unterstützung des Längsgewölbes, während ein Hohlfuß eher von zusätzlicher Dämpfung und Druckverteilung profitiert. Ein Normalfuß benötigt in der Regel nur bei spezifischen Beschwerden zusätzliche Unterstützung, etwa bei Fersensporn oder Vorfußschmerzen.

Plattfuß – Normalfuß – Hohlfuß
Fazit: Welche Einlage ist die beste für Sie?
Das hängt vollständig von Ihren Beschwerden, Ihrer Fußstellung und möglichen Vorbehandlungen ab. Bei leichten Problemen wie Druckstellen reicht oft eine podologische Einlage aus. Bei Fehlstellungen oder Fersensporn ist eine podiatrische Einlage meist besser geeignet. Bei komplexeren Fußproblemen oder langanhaltenden Beschwerden ist eine orthopädische Einlage häufig die beste Wahl.
Wenn eine podiatrische Behandlung ausgeschöpft ist, erfolgt in der Regel eine Überweisung zur orthopädischen Beurteilung in einem Krankenhaus oder einer spezialisierten Klinik.
Quellenangabe
- https://podotherapeut.nl/blog/verschil-tussen-podoloog-en-podotherapeut/
- https://podotherapeut.nl/blog/verschil-tussen-podoloog-en-podotherapeut/
- https://fontys.nl/Professionals-en-werkgevers/Opleidingen-en-cursussen/Mens-Techniek-Orthopedische-SchoenTechnologie.html
- https://www.rijksoverheid.nl/onderwerpen/eerstelijnszorg
- https://www.independer.nl/ziekenhuis/info/verschil-eerstelijns-tweedelijns-zorg.aspx

