
Fersenschmerzen bei Kindern
Hat Ihr Kind Schmerzen an den Fersen beim Gehen oder Sporttreiben? Fersenschmerzen kommen häufig bei Kindern zwischen 8 und 15 Jahren vor, insbesondere bei sportlich aktiven Kindern, die viel rennen oder springen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Ursachen es gibt, wie Sie Fersenschmerzen erkennen und was Sie tun können, um die Beschwerden zu lindern.
Was sind Fersenschmerzen bei Kindern?
Fersenschmerzen bei Kindern entstehen meist durch eine Überlastung der Wachstumsfuge im Fersenbein (dem Calcaneus). Diese Erkrankung wird auch als Morbus Sever bezeichnet. Es handelt sich nicht um eine echte „Krankheit“, sondern um eine vorübergehende Entzündung des Wachstumsbereichs in der Ferse.
Fast 4 von 1000 Kindern entwickeln diese Beschwerden während des Wachstums. Es handelt sich also um ein häufiges und gut behandelbares Problem.
Symptome von Fersenschmerzen
Kinder mit Fersenschmerzen berichten häufig über folgende Beschwerden:
- Schmerzen an der Rückseite oder Unterseite der Ferse
- Zehenspitzengehen oder Hinken
- Vermeidung von Sport oder Spielen im Freien
- Schmerzen vor allem nach (sportlichen) Aktivitäten
Die Beschwerden verschlimmern sich meist bei Belastung und nehmen in Ruhe ab.
Ursachen von Fersenschmerzen bei Kindern
Während der Wachstumsphase ist das Fersenbein noch nicht vollständig verknöchert. Die Wachstumsfuge (Apophyse) stellt eine empfindliche Stelle dar, an der die Achillessehne ansetzt. Durch wiederholte Belastung, wie Springen oder Laufen, entsteht Zug auf diese Wachstumsfuge, was zu einer Entzündung führen kann.
Auch verkürzte Wadenmuskeln, unzureichende Dämpfung in Schuhen oder schnelle Wachstumsschübe können zur Entstehung von Fersenschmerzen beitragen.

Behandlung von Fersenschmerzen bei Kindern
Die meisten Formen von Fersenschmerzen bei Kindern verschwinden von selbst, sobald die Wachstumsphase abgeschlossen ist. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Schmerzen zu lindern und die Genesung zu beschleunigen. Zunächst ist Ruhe wichtig: Lassen Sie Ihr Kind vorübergehend weniger Sport treiben oder springen, damit die Ferse Zeit zur Erholung hat. Darüber hinaus können weiche Fersenkissen, wie zum Beispiel das Bauerfeind Viscoheel, die Stöße beim Gehen abfedern und den Druck auf die Ferse verringern. Auch Einlagen mit einer leichten Fersenerhöhung und guter Unterstützung des Fußgewölbes können helfen, die Belastung des Fersenbeins zu reduzieren.
Manchmal empfiehlt ein Physiotherapeut Dehnübungen für die Wadenmuskulatur, da diese bei vielen Kindern mit Fersenbeschwerden verkürzt ist. Dadurch wird die Spannung auf die Ferse verringert. Schließlich können Fersensporn-Einlagen zusätzlichen Komfort und Dämpfung bieten, insbesondere bei Kindern, die viel gehen oder Sport treiben.
Aus Untersuchungen des AMC (Dr. J.J. Wiegerinck) geht hervor, dass eine Kombination aus Ruhe, weichen Einlagen mit Fersenerhöhung und Physiotherapie zu einer deutlichen Schmerzlinderung bei Kindern mit Apophysitis calcanei, auch bekannt als Morbus Sever, führt.
Wann zum Arzt?
In den meisten Fällen verschwinden Fersenschmerzen innerhalb weniger Monate von selbst. Konsultieren Sie jedoch einen Arzt oder Physiotherapeuten, wenn Ihr Kind länger als 2 Wochen Beschwerden hat oder wenn Schwellungen und/oder Rötungen auftreten und Ihr Kind nicht mehr normal gehen kann. Ein Fachmann kann beurteilen, ob es sich um Morbus Sever oder eine andere Erkrankung handelt.
Häufig gestellte Fragen zu Fersenschmerzen bei Kindern
Was ist Morbus Sever?
Morbus Sever ist eine Entzündung der Wachstumsfuge im Fersenbein, die bei Kindern im Wachstum auftritt.
Können Fersenschmerzen bei Kindern von selbst verschwinden?
Ja, die meisten Kinder wachsen darüber hinweg. Ruhe und gute Unterstützung beschleunigen die Genesung.
Welche Hilfsmittel helfen bei Fersenschmerzen?
Weiche Fersenkissen, Einlagen oder Fersenerhöhungen verringern den Druck auf die Ferse und unterstützen die Genesung.
